/Aus Roman lesen und Kino retten.

Ganz großes Kino:  Am 10. September habe ich bei der Kulturaktion der Initiative Rettet das Colosseum in Berlin-Prenzlauerberg aus meinem Roman Engel im Schatten des Flakturms gelesen.

/Schönheit der Stalagmiten

Mein Prosatext Schönheit der Stalagmiten wurde jetzt in Literarisches Österreich veröffentlicht (Zeitschrift des Österreichischen Schriftsteller/-innenverbandes).

/4. Leipziger Hörspielmanuskriptwettbewerb

Mein Text strategien der bedrohung gehört zu den 8 Arbeiten, die im Rahmen des 4. Leipziger Hörspielmanuskriptwettbewerbs ausgewählt wurden.

Das Hörspiel wird von Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar umgesetzt. Eine szenische Lesung findet im Rahmen des Leipziger Hörspielfestivals 2020 statt, im Juli, live und / oder als digitaler Stream.

Die Fachjury bestand aus: Hannah Georgi (Hörspieldramaturgin /Regisseurin WDR), Mara May (Autorin und Gewinnerin des 3. Manuskriptwettbewerbes) und Stefan Kanis (Regisseur/Redakteur MDR).

/Michael Kanofsky neu in manuskripte

Soeben erschienen in der Literaturzeitschrift manuskripte: meine Prosaarbeit Hans-Henny Jahnn zeigt mir den Pegel bei Nienstedten und spricht mit mir über das Schreiben. In diesem Text setze ich mich unter anderem mit den Schwierigkeiten auseinander, die mir das Lesen von Jahnns Roman Fluss ohne Ufer bereitet. www.manuskripte.at

/WIEN EUROPA MITTE – Eine Utopie: Neu in Lettre International 125

Soeben erschienen: Mein Essay WIEN EUROPA MITTE in Lettre International 125.

/Neulich in Wien

Mein Roman Engel im Schatten des Flakturms im Café Prückel an der Wiener Ringstraße, an der Strudlhofstiege, im Arkadenhof der Wiener Universität und bei Freud.

/zukunft, re-visited – das Hörspiel

Krieg der Welten, Sie leben!, Formicula, The Fog – Nebel des Grauens: zukunft, re-visited versetzt uns in die stereotype Welt klassischer und zeit-genössischer utopischer Romane und Filme und beschäftigt sich auf sprachlich-spielerischer Ebene mit den immer wieder kehrenden Topoi solcher Stoffe. zukunft, re-visited versteht sich als Manual für die Produktion, als Bauanleitung für einen utopischen Roman und/oder Film, dessen Basis eben jene Stereotypien sind, die uns bei Genres dieser Art immer wieder faszinieren.

Inhalt:
*Vorschläge für die personelle Ausstattung
*Topografische Gesichtspunkte
*Orte und Landschaften, terrestrisch
*Orte und Landschaften, extraterrestrisch
*Werkzuge, Waffen, Fortbewegungsmittel u.ä.
*Optionen für den Titel
*Auslösende Ereignisse
*Ein Textmodell: „Alarm im Weltall“
*Wir danken

Konzeption, Text, Regie: Michael Kanofsky
Produktion: Tonstudio Holly Wien/Musik: S. Joly
Sprecher: Monika Freisfeld-Pampel, Wolfgang Pampel, Detlef Eckstein, Peter Wolfsberger
Länge: 14,56 Minuten

Das Hörspiel hat den 2. Preis beim Leipziger Hörspielsommer 2007 gewonnen.  Beim Berliner Hörspielfestival 2010 wurde zukunft, re-visited mit dem „Kurzen Brennenden Mikro – 3. Platz“ ausgezeichnet. zukunft, re-visited wurde  jetzt auch in der 20-Minuten-Langfassung auf einer Sammel-DVD zu dem Buch „Hörspielplätze – Positionen zur Hörspielkunst“ veröffentlicht.

/hier spricht edgar w.

Soeben erschienen in: Am Erker – Zeitschrft für Literatur, Nr. 77: „Detektive, Cowboys, Sternenkrieger“.

/Jetzt neu im duotincta-Verlag:

Soeben ist mein erster Roman im Berliner duotincta-Verlag erschienen: Engel im Schatten des Flakturms.

In einem Wiener Kaffeehaus: Der namenlose Ich-Erzähler, Schriftsteller und „Abenteurer in eigener Sache“, vertreibt sich die Wartezeit bis zur Abfahrt des Nachtzuges nach Berlin mit Notizen zu einem größeren Werk, das er in der Berliner Wohnung seines verstorbenen Freundes und Mentors Stidmann fortsetzen will. Dieses Vorhaben wird allerdings gehemmt durch die Aufzeichnungen des Literaturwissenschaftlers Stidmann, vor allen sind es drei Briefe von drei Frauen, die den Schriftsteller in ihren Bann ziehen. Der Ich-Erzähler begibt sich auf Spurensuche um die halbe Welt, eine tour de force mit kuriosen Abenteuern und ungewöhnlichen Begegnungen. Und immer wieder geht es um „Fragen der Produktivität“: Wird es dem Schriftsteller gelingen, sein Werk zu beenden?

Jetzt zu bestellen in jeder Buchhandlung, direkt beim Verlag oder über Amazon.

/Der Ich-Erzähler, Stidmann und die Gräfin im Garten der Villa in Wien-Döbling

Über Bilder im Kopf und Bilder an der Wand: Gedanken zu meinem Roman Engel im Schatten des Flakturms

Das ist merkwürdig: da dachtest du, mit dem Abschluss deines Romans Engel im Schatten des Flakturms wären auch deine Figuren in den Seiten und zwischen den Buchdeckeln verschwunden. Doch plötzlich tauchen sie wieder auf, der Ich-Erzähler, der Literaturwissenschaftler Dr. Franz Stidmann und die Gräfin. Da sitzen sie: im Garten der Villa der Gräfin im 19. Wiener Gemeindebezirk, in Wien-Döbling. Offenkundig ist es einer jener Sommer, in denen es noch nicht so heiß ist, dass man in das Haus flüchten müsste. Man sitzt an einem Gartentisch, bei Tee und Kaffee und Gebäck unter hohen Bäumen, zwischen denen die Sonnenstrahlen herab fallen. Hübsch, dieses Service der Porzellanmanufaktur Augarten, nicht wahr?

Da sitzen sie also, es scheint, sie sind ganz vertraut miteinander, der Ich-Erzähler, Stidmann und die Gräfin. Die trägt wie zu erwarten ihr hübsches Sonnenhütchen, während der Ich-Erzähler und Stidmann jeder einen gewöhnlichen Hut auf dem Kopf haben, und wir fragen uns, warum sie ihre Hüte nicht abgelegt haben? Unhöflich sind beide bekanntermaßen nicht. Dem Ich-Erzähler klemmt übrigens, ganz lässig, ein Zigarettchen zwischen den Lippen, und du fragst dich jetzt, ob die Tatsache, dass er Raucher ist in deinem Roman Erwähnung gefunden hat? Dr. Stidman, der an der hinteren Stirnseite der sommerlichen Tafel sitzt, erinnert uns ein wenig an Joyce in seiner Zürcher Zeit. Die drei schweigen, dabei hätten sie sich sicher viel zu erzählen. Aber das steht ja alles in deinem Roman, wo auch die drei Figuren ihr Zuhause haben, die du nun zufällig wieder getroffen hast: auf einem Bild, das einer Wand in einem Zimmer einer Wohnung hängt, wo du zu Gast bist. Diese Wohnung gehört zur Alten Büdnerei in Kühlungsborn, einem Ort in Mecklenburg-Vorpommern bei Rostock und also Lichtjahre und Welten von dem Garten der Villa der Gräfin in Wien-Döbling entfernt. Doch dieser Ort, Wien-Döbling, steht mit einem Mal wieder ganz klar und nah vor deinen Augen, während du dieses Bild betrachtest, hübsch gerahmt ist es, und es hat auch einen Titel: A Memory of Avignon, sein Schöpfer: Edward Fitzmaurice Chambré-Hardmann, ein in Dublin im Jahr 1898 geborener und 1988 in Liverpool verstorbener Porträt- und Landschaftsfotograf. Du musst zugeben, dass du bisher nichts von diesem Mann wusstest. Hoffentlich ein verzeihliches Versäumnis im schmalen Kanon deines Wissens. Jedenfalls hängt sein Foto A Memory of Avignon hier an der Wand in diesem Raum in der Alten Büdnerei in Kühlungsborn. Und es evoziert in dir sogleich die Welt deines Romans Engel im Schatten des Flakturms. Du fragst dich warum? Die Literatur ist romantisch, sagt Peter Handke. Er hat damit sehr vieles gemeint. Vielleicht auch dies: mit dem Schreiben erfüllt sich der Schriftsteller Sehnsüchte, die zu stillen uns auf andere Weise nicht wirklich gelingt. Wir schmücken unsere Häuser und Wohnungen mit Versatzstücken aus den alten Zeiten, verwandeln Wohnzimmer in englische Salons und Reihenhausgärten in Idyllen aus der Provence. Gut und schön. Aber erst im Schreiben, im Erinnern und Er-Innern, lassen wir die Dinge wieder auferstehen. Schau doch mal, wie schön es war, damals in diesem Sommer in Avignon! Du erinnerst dich doch bestimmt? Der Duft der Blumen? Das Licht der Sonne? Das Rauschen des Baches? Das Lächeln der hübschen Frau mit dem Sonnenhut? Wird dies alles jemals wiederkehren? Doch bald wird es Zeit, Abschied zu nehmen. Du wirfst dem Bild an der Wand, dieser Fotografie von Mr. Chambré-Hardmann, auf denen sich drei deiner Romanfiguren eingefunden haben, einen letzten Blick zu. Au revoir! Dann fährst du zurück nach Berlin, immerhin verringerst du mit diesem Akt die physische Entfernung nach Wien (und übrigens auch nach Avignon, falls es dich einmal dorthin verschlagen solltest), jedenfalls kehrst du zurück an den Schreibtisch, der vor dem Fenster steht mit Blick auf den Kanal, und wo du jetzt, in diesem Moment, das Buch mit dem Titel Engel im Schatten des Flakturms aufschlägst und deine Figuren davon fliegen lässt, den Ich-Erzähler zum Beispiel, der mit dem Hut auf dem Kopf und der Zigarette im Mundwinkel, und der schon bald in einem weiteren Roman von sich reden machen wird.

Foto: Das Foto mit dem Titel A Memory of Avignon hängt in der Alten Büdnerei in Kühlungsborn. Fotograf: Mr. Chambré-Hardmann. Herzlichen Dank an Kristin Schröter.